Von Enten, ihre Linien im Wasser, einer Schnecke und Wasserperlen auf Grashalmen

Veröffentlicht am 24. Mai 2026 um 18:00

Gleich am nächsten Tag, nachdem ich in Grafrath war und die Bilder des letzten Beitrags gemacht habe, bin ich bei mir in Obermenzing spazieren gegangen. Es war wieder grau und es regnete leicht. Am Schloss Blutenburg waren sie, als hätten sie auf mich gewartet: Stock und Reiherenten. Im späteren Verlauf des Spaziergangs habe ich noch eine Schnecke in den Ästen entdeckt und Grashalme mit Wasserperlen fotografiert.

Enten und ihre Wasserstrukturen

Wie bereits beschrieben, warteten die Enten schon im See vor dem Schloss und ich begann sie zu fotografieren. Das war auch kein Zufall. Ich weiß natürlich, dass die Enten in den Münchner Parks daran gewöhnt sind, dass dort jemand fotografiert und in der freien Natur, wie in Grafrath, braucht man einfach mehr Geduld.

Meine Lieblingsenten sind die Stockenten. Die Männchen haben einen grünen Kopf und dort, wo ich aufgewachsen bin, gab es ziemlich viele von ihnen. Diese Ente auf dem oberen Bild hatte gerade ihren Kopf unter Wasser, als ich mich an den Teich gesetzt habe. Kurz nachdem sie den Kopf wieder gehoben hatte, entstand diese Aufnahme.

Was mir erst beim Bearbeiten aufgefallen ist, war der Kreis aus Wasserlinien, der sich um die Ente gebildet hatte. Deswegen ist es manchmal doch sinnvoll, leicht von oben zu fotografieren. Hätte ich liegend statt kniend fotografiert, wären die Wasserbewegungen nicht so schön zur Geltung gekommen.

Der Außenseiter

Dann schwammen mir noch diese Reiherenten vor die Linse. Entweder kam die hintere Ente nicht nach oder sie ist ein Außenseiter.

Man sieht an den Linien im Wasser, woher die Enten kommen und erkennt auch, wie sich die leichte Strömung durchsetzt. Ich finde, das ist ein sehr beruhigendes Bild.

Um die Farbe des Wassers etwas blauer wirken zu lassen, habe ich den Weißabgleich leicht ins Blaue gezogen. Der Weißabgleich sorgt eigentlich dafür, dass Weiß auf einem Foto auch wirklich weiß aussieht. Man kann ihn aber natürlich auch bewusst als kreatives Stilmittel einsetzen und genau das habe ich hier gemacht.

Zum Schluss habe ich dann noch zwei Stockenten bei ihrem „Männerausflug“ fotografiert und danach meinen Fotospaziergang fortgesetzt.

Von den Enten zu einer Schnecke

Als ich an der Blutenburg meine Entenbilder im Kasten hatte, ging ich Richtung Würmkanal. Übrigens war Schloss Blutenburg Schauplatz einer Liebesgeschichte, die für Agnes Bernauer tödlich endete. Mehr dazu aber in einem anderen Beitrag.

Als ich eine Weile unterwegs war, fiel mir eine Schnecke zwischen Ästen und auf einem Efeublatt auf.

Schnecken sind langsam und deshalb hatte ich mehr Zeit, sie zu fotografieren. Erst habe ich sie mit meinem Teleobjektiv fotografiert. Sie saß auf dem Efeu zwischen zwei zusammengewachsenen Bäumen. Da ich zwischen zwei Ästen hindurch fotografiert habe, entstanden diese grünen Punkte im Bild. Die habe ich bewusst so aufgenommen, um mehr Farbe ins Bild zu bringen.

Objektivwechsel erlaubt vom Schneckentempo

Wie oft habe ich mich in der Vergangenheit geärgert, wenn ein Tier des Weges kam und ich das falsche Objektiv auf der Kamera hatte. Meistens wechsle ich es dann trotzdem. Manchmal habe ich Glück, manchmal ist das Tier danach aber verschwunden und kommt auch nach längerem Warten nicht mehr zurück.

Schnecken sind da anders. Nachdem ich das obere Bild mit meinem Teleobjektiv gemacht hatte, wollte ich näher an die Schnecke heran und bin deshalb auf mein Makroobjektiv umgestiegen. Der Vorteil solcher Objektive ist, dass man deutlich näher an das Motiv herankommt. Ich habe damit auch schon öfter Insekten fotografiert.

Zurück zu meinem Motiv der Schnecke: Ich wollte nicht ganz nah heran, weil ich noch etwas Umgebung mit im Bild haben wollte. So ist die Schnecke zwischen Efeublatt und Baumstamm eingerahmt. Die kleinen Äste wirken dabei fast so, als würden sie auf die Schnecke zeigen.

Die Schneckenhaushalterung

Kurz bevor sich die Schnecke eingezogen hat, sah es fast so aus, als würde sie direkt in die Kamera schauen. Dabei drehte sie sich so, dass ihr Schneckenhaus etwas schief wirkte.

Die beiden Ästchen, die der Szene eine dreieckige Rahmung geben, sehen dabei fast so aus, als würden sie das Schneckenhaus am Herunterfallen hindern. Nach dem Bild zog sich die Schnecke zurück und ich zog weiter auf der Suche nach dem nächsten Motiv.

Wasserperlen auf Grashalmen

Wenn es geregnet hat und windstill ist, bilden sich auf Blättern, Spinnennetzen und wie bei dieser Fototour auch auf Grashalmen Wasserperlen. Das i Tüpfelchen wäre noch etwas Sonnenlicht hinter der Wolkendecke gewesen, aber man kann nicht alles haben. Also habe ich mich mit dem zufriedengegeben, was da war.

Um die Bilder machen zu können, musste ich mich ins Gras legen und Gott sei Dank hatte ich eine Decke dabei.

Nach einigem Hin und Herprobieren sind schließlich zwei brauchbare Bilder entstanden.


Graslinien

Beim letzten Bild sieht man es am besten. Wie geflochten schlängelt sich der Grashalm mit seinen Wasserperlen durch die anderen Grashalme.

Auch das sind Linien und es ist Wahnsinn, dass mir erst beim Bearbeiten aufgefallen ist, dass ich bereits unterbewusst darauf geachtet habe.

Ich merke gerade, dass ich beim Fotografieren gute Fortschritte mache. Nicht, weil ich eine gute Kamera und drei gute Objektive habe, sondern weil ich auf mehr Details achte. Mal schauen, wohin die Reise geht, ihr werdet dabei sein.

Im nächsten Beitrag geht es in die Wälder meiner Kindheit und es gibt wieder Bilder, auf denen die Sonne scheint.

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit!

Euer Martin

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